"Das Boot ist voll"                                                                             Theatermonolog von Antonio Umberto Riccò                                                             nach der szenischen Lesung: „Ein Morgen vor Lampedusa“

      

 

 

 

 

 

 

Theater in der List

Das Stück „Das Boot ist voll“ erzählt die Geschichte von Vito Fiorino, der am 3. Oktober 2013 mit einer Gruppe Freunde unfreiwillig zum Retter von 47 gekenterten Flüchtlingen vor Lampedusa wurde. Bei der Aufführung im Theater in der List sitzt der echte Fiorino im Publikum – und ist begeistert. 

Hannover-List

 „Es war Zeit, zu helfen.“ Das ist wohl der Satz, der den Inhalt des Theaterstücks „Das Boot ist voll“ am besten zusammenfasst. Das Theater in der List präsentierte Anfang April die Premiere des Stückes von Antonio Umberto Riccò. Darin wird die Geschichte von Vito Fiorino wiedergegeben, der am 3. Oktober 2013 mit einer Gruppe Freunde unfreiwillig zum Retter von 47 gekenterten Flüchtlingen vor Lampedusa wurde. Willi Schlüter, der Fiorino darstellt, berichtet in einem packenden Monolog, was eine solche Rettung bedeutet, sowohl im Moment als auch im Nachhinein. 

„Das Stück hat mich emotional sehr berührt“, sagt der echte Vito Fiorino danach. „Schlüter war genau mein Ebenbild.“ Schlüter und Fiorino bei der Premiere zum ersten Mal getroffen, nachdem sie zuvor einen ausgiebigen Online-Kontakt aufgebaut hatten. „Es ist sehr aufregend für mich, dass der Mensch, den ich spiele, im Publikum sitzt und zuhört“, sagt Schlüter dazu. „Das ist etwas Besonderes. Fiorino ist mir sehr nahe.“ 

Antonio Umberto Riccò, der Regisseur und Autor des Theaterstücks, hat sich schon seit Jahren mit dem behandelten Thema befasst. „Auch wenn das konkrete Stück erst seit September in Arbeit ist – die Wahrheit ist eigentlich: Die Arbeit daran begann schon 2013 mit der Katastrophe“, sagt der Deutschitaliener. Sein Ziel ist es, mit „Das Boot ist voll“ Denkanstöße zu geben, die länger andauern als die 80 Minuten Spielzeit. Auch in Schulen soll das Stück in den kommenden Wochen aufgeführt werden. Vor allem bei den Schülern sei eines besonders wichtig, sagt Riccò: „Wir wollen die Menschlichkeit fördern.“

HAZ Kultur 07.04.2018  Von Nele Schröder           mehr Infos

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Premiere 25. September 2020 um 20:00 Uhr

MADELEINE WILL NICHT

Schauspiel von Hans Zimmer

mit Sibylle Brunner und Willi Schlüter

Regie: Kay Szacknys

Täglich lesen wir in der Presse von Wohnungsnot, steigenden und überteuerten Mieten, Luxussanierung, Umwandlung in Eigentumswohnungen, Entmietung, Mieterverdrängung unter Einsatz teils unglaublicher Schikanen, Zwangsmaßnahmen und Zwangsräumungen. Die Macht von Konzernen setzt sich auch juristisch durch. Mieterinitiativen haben da kaum eine Chance, ihr Recht auf Wohnen und Wohnenbleiben im angestammten Haus, im angestammten Kiez, durchzusetzen.   Diese Situation bildet den Hintergrund zum neuen Theaterprojekt des Theaters in der List. Arbeitstitel: Madeleine will nicht.   Das Theater öffnet eine Tür, hinter der ein Mensch wohnt und wohnen bleiben möchte und an dessen Schicksal es das Publikum teilhaben lassen will. Dieser Mensch heißt Madeleine. Einst war sie mal ein gefeierter Theaterstar und jetzt ist sie 80 Jahre alt und wohnt seit über30 Jahren allein in diesem Altbau,  Hier möchte  Madeleine bis zu ihrem Tod wohnen und nirgendwo sonst. Eine andere kleinere Wohnung wäre teurer, und das kann sie sich von ihrer kleinen bescheidenen Rente nicht leisten.   Aber das Modernisierungs- Konsortium hat andere Interessen und das Schicksal von Madeleine ist ihnen egal. . 

Eines Tages steht plötzlich ein geheimnisvoller Mann in ihrer Wohnung. Eine komische Begegnung mit Folgen, der Beginn einer absurden Geschichte. Die beiden Alten, die primären Figuren in unserem Stück, placieren und projezieren Gestalten ihrer Wünsche, ihrer Angst auf die Bühne; fühlen mit ihnen, reden mit ihnen wie mit Menschen, welche dieselbe Wirklichkeit haben wie sie selbst. Absurde Stücke bieten Gedankenspiele, die grotesk, tragisch, melancholisch und zuweilen auch bewusst komisch die absurde Wirklichkeit widerspiegeln. 

Ein großer Theaterabend für zwei wunderbare Schauspieler.