Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau
von Eric-Emmanuel Schmitt nach Stefan Zweig

Mit SARAH KATTIH als CELIA
Inszenierung: Claus Tröger
Toneinspielungen: Jan Gasperi

„Ich weiß nicht, ob Sie zufälligerweise einmal selbst bloß die grünen Tische ins Auge gefasst haben, nur das grüne Karree allein, wo in der Mitte die Kugel wie ein Betrunkener von Zahl zu Zahl taumelt und innerhalb der viereckig abgegrenzten Felder wirbelnde Fetzen von Papier, runde Stücke Silber und Gold hinfallen wie eine Saat, die dann der Rechen des Croupiers sensenscharf mit einem Riss wegmäht oder als Garbe dem Gewinner zuschaufelt.“

In einem Casino in Monte Carlo wird Celia Zeugin des tragischen Selbstmordes eines jungen Spielers. Dieses Ereignis berührt sie in besonderem Maße, denn 2 Jahre zuvor widerfuhr ihr Ähnliches. Damals lernte sie den jungen Matteo kennen, der, spielsüchtig geworden, alles verloren hatte und keinen Ausweg mehr sah. Celia wollte ihn vor sich selbst retten und geriet d u r c h i h n i n e i n e n W i r b e l a u s v e r w i r r e n d e n G e f ü h l e n u n d schwindelerregender Leidenschaft.
Stefan Zweigs Novelle erzählt die dramatische Geschichte einer unerwarteten und unerhörten Leidenschaft. Es geht um die Begegnung eines leidenschaftlichen jungen Mannes, der einer Sucht verfallen ist und einer Frau, die überhaupt erst die Gefährdungen einer Leidenschaft erlebt. Sie merkt, dass es etwas gibt, wofür sie alle Tabus brechen würde, von denen sie nie gedacht hätte, dass sie sie je  überschreiten könnte. Sie entdeckt sich neu, entdeckt die Welt neu und somit auch die Gesellschaft und sie sieht Heuchelei und Doppelmoral viel klarer.

„Rätselhafte psychologische Dinge haben über mich eine geradezu beunruhigende Macht“ bekannte Stefan Zweig einmal und dieser Ausspruch
scheint sich auch in der Erzählung „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ zu erfüllen. Für Zweig bedeutet – Erzählen - das Erleben seiner Figuren nachzuvollziehen, auch oder gerade dort, wo es fremd, abseitig und jenseits der b ü r g e r l i c h e n T a b u g r e n z e n s i c h v o l l z i e h t .                  D a s P h a n t a s t i s c h e u n d  Außergewöhnliche verwandelt sich auch hier, wie so oft in Zweig 's Werk, in viele Facetten der Realität, wobei er seine Menschen nie bloßstellt, er wertet ihr Verhalten nicht, sondern macht sich zum Fürsprecher seiner tragischen Helden, indem er sagt

 

“Wer einmal sich selbst gefunden hat, kann nichts auf der Welt mehr verlieren! Und wer einmal den Menschen in sich begriffen hat, der begreift alle Menschen“.

Sarah Kattih
in Northeim geboren, wuchs sie in einer Ärztefamilie auf. Lustige Anekdoten berichten von ihrem frühen kindlichen Drang nach Verkleidung, Verwandlung und Darstellung. Schon im Alter von sechs Jahren gehörten Tanz, Musik und Schauspiel zu den begeisternden Unternehmungen ihres Lebens. Die vielseitige Schauspielerin kann auf eine reiche Bühnen-und Fernseherfahrung zurückblicken. Sie absolvierte ihr Bühnendiplom am Schauspielstudio Frese in Hamburg. Zusätzlich studierte sie Gesang und Tanz an der Hamburger Stage School of Music, Dance and Drama. Ihre Engagements mit namhaften Regisseuren führten sie an zahlreiche Theater in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und der Schweiz. Unter anderem spielte sie hier bei uns im THEATER in der LIST HEUTE ABEND,LOLA BLAU und mit Willi Schlüter in dem Stück "LISSABON". Ein besonderes Highlight für die versierte und leidenschaftliche Reiterin war das Mitwirken bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Ihr Rollenspektrum auf den Bühnenbrettern ist vielschichtig.
Sie lebt ihren Beruf nach dem Spruch: „Diesen Beruf ergreift man nicht, man wird von ihm ergriffen.“
Aus dem Fernsehen kennt man sie u.a. aus Großstadtrevier, Von Fall zu Fall, Alphateam, St. Angela, Stubbe, Da kommt Kalle, Staatsanwalt Posch ermittelt, Café Deutsch, Der Landarzt sowie aus dem Kinofilm Aprilkinder.
Ihr eigens gegründeter Veranstaltungsbereich, das „Hamburger Musiktheater „ bestehend aus Programmen mit Musik, Tanz, Gesang und Wort ist sehr erfolgreich und im In-und Ausland gebucht.
Das jüngste Projekt davon ist Georg Kreislers „Heute Abend: Lola Blau“. Zudem ist ihre Arbeit als Regisseurin bei Film und Theater seit einigen Jahren ihr zweites Standbein geworden.

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